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Tinnitus

Tinnitus
– Phantomgeräusche im Ohr

Tinnitus, was ist das eigentlich? Einfach ausgedrückt handelt es sich bei Tinnitus um ein Geräusch im Ohr, für das keine äußere Schallquelle erkennbar ist. Die meisten Menschen haben dies schon einmal vorübergehend erlebt, zum Beispiel nach einem lauten Rockkonzert oder einem ausgiebigen Discobesuch. Von solchen Unternehmungen bleibt manchmal ein Piepen, Klingeln, Summen oder Pfeifen im Ohr zurück. Glücklicherweise verschwindet dieses unangenehme Geräusch üblicherweise bald wieder. Manchen Menschen sind solche Ohrengeräusche jedoch ständige unerwünschte Begleiter.

Die Palette der möglichen Geräusche reicht von leichtem Rauschen über leises, mittellautes oder lautes Pfeifen, Zischen, Zirpen, Brummen oder Pochen. Bei den meisten Betroffenen manifestiert sich Tinnitus in einem permanenten, eher hochfrequenten und oft als äußerst nervenaufreibend empfundenen Pfeifen, dass je nach Belastung in der Lautstärke schwanken und sogar mit Schmerzen einhergehen kann. Die Geräusche können extreme Lautstärken erreichen: Mitunter werden sie vom Patienten so laut wie ein startender Düsenjet, eine Kreissäge oder ein Rasenmäher wahrgenommen – und das 24 Stunden am Tag! Verzerrtes Hören, eine Überempfindlichkeit gegen Schall (Hyperakusis) oder eine Schädigung ganzer Frequenzbereiche können mit einem Tinnitus einhergehen – meist als Folge eines Hörsturzes. 

Die Lebensqualität geht flöten

Die permanente Geräuschbelastung im Ohr kann die Lebensqualität der Betroffenen enorm einschränken. Manchen Patienten gelingt es, das unangenehme Geräusch zu verdrängen und sich nicht davon beeinträchtigen zu lassen. Viele Patienten leiden jedoch unter den Ohrgeräuschen und reagieren zum Beispiel mit Konzentrationsschwäche und Schlafstörungen. Häufig ist es ihnen nicht mehr möglich, normale Aktivitäten zu genießen, da der Tinnitus sie ablenkt und das Erlebnis zerstört – Musikhören, Konzertbesuche, Treffen in größeren Gruppen, Kinoabende und vieles mehr werden von den enervierenden Ohrgeräuschen überlagert und überschattet. Viele Tinnitus-Geschädigte ziehen sich vom sozialen Leben immer weiter zurück, manche Betroffene werden gar arbeitsunfähig oder entwickeln Depressionen oder Angstneurosen. Letzteres ist gerade bei einem Knalltrauma eine häufige Folgeerkrankung.

Tinnitus-Klassifizierung

Die „Deutsche Tinnitus-Liga“ gibt an, dass 2,7 Millionen Deutsche unter einem anhaltenden Tinnitus leiden, bei einer Million der Betroffenen ist die Lebensqualität deutlich vermindert. Damit ist das Ohrengeräusch eine der verbreitetsten Volkskrankheiten der Nation.

Tinnitus ist jedoch nicht gleich Tinnitus. In der Medizin unterscheidet man zwischen subjektiver und objektiver Symptomatik. Beide haben gemeinsam, dass es sich um ein Phantomgeräusch handelt, das heißt, das Geräusch wird nicht von einer äußeren Schallquelle ausgesandt, auch wenn viele Betroffene dies so wahrnehmen.

Objektiver Tinnitus

Beim (recht seltenen) objektiven Tinnitus kann das Ohrengeräusch einer inneren Schallemission zugeordnet werden. Dies bedeutet, dass das Geräusch nicht nur vom Patienten selbst, sondern auch vom Arzt bei der Untersuchung wahrgenommen werden kann. Der objektive Tinnitus hat seinen Ursprung in einer körperlichen Erkrankung. Ursachen können Blutgefäßtumore, Herzfehler, Arterienverengungen und Muskelerkrankungen im Ohrtrakt sein.

Die klare Ursache bietet einen klaren Vorteil: Wird die körperliche Erkrankung behandelt, so verschwindet auch der Tinnitus. Eine objektive Hörerscheinung kann bei Tinnituspatienten jedoch nur in 0,01 Prozent aller Fälle festgestellt werden – er ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme.

Subjektiver Tinnitus

Das weit häufigere Krankheitsbild ist der subjektive Tinnitus, der nur vom Patienten selbst wahrgenommen wird. Zu den häufigsten Ursachen gehören übermäßige Lärmbelastungen. Ein plötzliches Lärmtrauma, z. B. ein Knalltrauma, oder eine anhaltende Überbeanspruchung kann das unangenehme Ohrgeräusch auslösen. Auch Medikamente, Krankheiten, Stress und Kopfverletzungen können für einen Tinnitus verantwortlich sein. Da die subjektive Hörerscheinung nur selten eindeutig einer Erkrankung zugeordnet werden kann, sind die Heilungschancen ungewiss. Hält das Störgeräusch über einen längeren Zeitraum als sechs Monate an, spricht man von einer chronischen Erkrankung.

Therapiemöglichkeiten

Beim objektiven Tinnitus ist das Auffinden der zugrunde liegenden Erkrankung von großer Bedeutung. Mit deren Heilung verschwindet in der Regel auch das Störgeräusch. Im Gegensatz dazu ist die Behandlung eines subjektiven Tinnitus deutlich schwieriger.

Nach einem Lärmtrauma ist schnelles Handeln erforderlich. Mit einer Infusionstherapie und mit durchblutungsfördernden Medikamenten kann ein Hörsturz behandelt und das wahrgenommene Störgeräusch gelindert werden. In chronischen Fällen können sogenannte Tinnitusmasker zum Einsatz kommen: Geräte, die ein kontinuierliches Rauschen erzeugen und damit die Frequenzen des Tinnitus überdecken.

Da es sich bei der Tinnitus-Problematik fast immer um ein subjektives Phänomen handelt, ist oft viel Geduld erforderlich, um die passende Therapie zu finden – was dem einen Patienten hilft, funktioniert beim nächsten überhaupt nicht. Eine Behandlung durch einen Spezialisten ist unbedingt zu empfehlen. Unsere Akustiker beraten sie gerne.